Im Jahr 2025 feiert das schwedische Trommler- und Pfeifer-Corps sein 100-jähriges Bestehen. Gegründet wurde es von Mitgliedern des Arbeiterturnvereins und ging ursprünglich aus dem Spielmannszug des SPD-nahen Reichsbanners hervor. Anlass zur Gründung war die Aufführung eines Schwertertanzes, der bis heute einen Höhepunkt im Programm des Zunftreigens bildet. Seither begleiten die Trommler und Pfeifer nicht nur dessen Auftritte, sondern sorgen auch beim historischen Festumzug der Kinderzeche sowie bei zahlreichen weiteren Veranstaltungen für beste Stimmung unter den Zuschauerinnen und Zuschauern.
Friedrich Weber steht den Trommlern und Pfeifern vor und blickt mit uns auf die letzten 100 Jahre.

1925
Junge Mitglieder des Arbeiterturnvereins gründeten 1925 die Gruppe der schwedischen Trommler und Pfeifer. Sie spielten die Musik zum – 1925 erstmals aufgeführten – Schwertertanz. Seitdem begleiten die Trommler und Pfeifer die Tänze des Zunftreigens und neben dem Schwertertanz noch drei weitere Tänze.
1940er
Ende der 1940er-Jahre bestand die Gruppe aus zehn Pfeifern und zwei bis drei Trommlern.
1971
… kam ein Schwung junger Männer hinzu, und auch die Tänze des Zunftreigens wurden wieder musikalisch begleitet. Inzwischen besteht die Gruppe aus 22 aktiven Musikern. Als Instrumente dienen historische Landsknechttrommeln und Trommelpfeifen, die hölzernen Piccoloflöten ähneln, aber einen gewollt schrillen Klang erzeugen. Während der Kinderzeche führen die Trommler und Pfeifer die schwedischen Fußtruppen sowohl bei den Stadtübergaben als auch bei den Festzügen an. Sie repräsentieren auch außerhalb Dinkelsbühls bei Umzügen und Auftritten mit dem Zunftreigen das historische Fest „Die Kinderzeche“ und die Stadt.

1985
Aus der Gruppe der Trommler und Pfeifer wurden 1985, also vor 40 Jahren, die Rauschpfeifer gegründet. Diese spielen gemeinsam mit den Marketenderinnen der Gruppe auf alten Instrumenten, sogenannten Rausch- oder Schreierspfeifen, Tänze und Lieder aus dem 16. und 17. Jahrhundert und begleiten damit die „Schwedentänzer“ im „Schwedenlager“ vor der Stadt. Das Repertoire der Trommler und Pfeifer umfasst dabei 15 traditionelle Märsche sowie zwei eigens für die Gruppe komponierte Stücke, ergänzt durch die Begleitung der Tänze des Zunftreigens.
2025
2025 jährt sich die Gründung der Gruppe zum 100. Mal. Aus diesem Anlass wurde das Festabzeichen 2025 mit dem Motiv der Trommler und Pfeifer gefertigt. In der zum Jubiläum herausgegebenen Broschüre „Kinderzeche Dinkelsbühl, 40 Jahre Rauschpfeifen, 100 Jahre Schwedische Trommler und Pfeifer“ ist die Geschichte und Entwicklung des Schwedischen Trommler-und-Pfeifer-Korps dokumentiert.


INFO:
Trommler und Pfeifer im historischen Kontext
Trommler und Pfeifer spielten im Dreißigjährigen Krieg (1618–1648) eine wichtige Rolle für die Kommunikation und Koordination der Truppen. Sie waren Teil der militärischen Musik, die Signale gab, um Befehle an die Soldaten weiterzuleiten.
Neben ihrer Funktion als Befehlsgeber hatten Trommler und Pfeifer auch eine moralische Wirkung: Ihre Klänge stärkten den Zusammenhalt und motivierten die Soldaten. Sie trugen uniformähnliche Kleidung und waren meist in der Nähe des Kommandos positioniert.
Bei Aufmärschen kündigten Trommler und Pfeifer den Vormarsch an, signalisierten das Anhalten oder den Angriff. In der Hitze des Gefechts half ihre Musik, die Truppen zu organisieren und den Überblick zu behalten, auch wenn die Sicht durch Rauch oder Chaos eingeschränkt war. Die Signale waren oft standardisiert, sodass alle Einheiten schnell reagierten.
Trotz moderner Waffen blieben Trommler und Pfeifer im Krieg unverzichtbar, da sie schnelle Kommunikation ermöglichten. Ihre Musik ist heute ein Symbol für die militärische Tradition jener Zeit und prägt noch immer das Bild von Heeren im Dreißigjährigen Krieg.
Mehr Infos unter www.kinderzeche.de



