Ein Kinderstück und drei Abendstücke prägen das Programm der diesjährigen Sommerfestspiele in Dinkelsbühl. Das dortige Landestheater zeigt auf seiner überdachten Freilichtbühne am Wehrgang für Kinder ab fünf Jahren und für die gesamte Familie „Der Räuber Hotzenplotz“, zudem das Stück zum Film-Klassiker „Kohlhiesls Töchter“, die Komödie „Eine Mords-Freundin“ und den Schlager-Abend „Wunder gibt es immer wieder“.
Ein Klassiker der Kinderliteratur ist „Der Räuber Hotzenplotz“. Er wird in Dinkelsbühl von Regisseurin Juliane Putzmann auf die Bühne gebracht als eine Hochgeschwindigkeits-Geschichte rund um einen Erz-Schurken, eine Kaffeemühle, eine bestohlene, untröstliche Großmutter und den tapferen und tapsigen Kasperl und Seppel als ihre selbstverständlich-selbsternannten Retter. Und als eine bezaubernde Geschichte mit einem Zauberer, einer verzauberten Fee und einem zauberhaft gemütlichen Dorfpolizisten. Premiere ist am 9. Mai.
„Kohlhiesls Töchter“ basiert auf einem Filmklassiker aus dem Jahr 1962 und wird jetzt auf der Freilichtbühne am Wehrgang mit viel Ironie neu justiert, modernisiert und auf Hochglanz poliert. Vorlage dafür ist eine Fassung des Stoffs vom Landestheater Coburg. Weil die Handlung rund um Liesl und Susi Kohlhiesl und die Männer um sie herum ohnehin in einem Wirtshaus mit Wirtsgarten spielt, wird aus dem Geschehen schnell eine riesige Volkstheater-Sause voll Blasmusik und Chorgesang, Bierfassjonglage, Hochzeitsfieber und gut gelaunten Gasthausgästen. Die Musikerinnen und Musiker kommen aus Dinkelsbühl und Umgebung. Regie führt Till Rickelt, Intendant am Theater Ravensburg. Zu sehen ist das Stück ab dem 26. Mai.
Das Stück „Die Mords-Freundin“ ist eine frisch ausgepackte, sehr turbulenter und schwarzhumorige Komödie von Steven Moffat, einem britischen Drehbuchautor und Dramatiker. Moffat hat beispielsweise auch die Drehbücher für die „Sherlock“-Serie mit Benedict Cumberbatch geschrieben und setzt in seinem neuen Meisterwerk voll auf den wilden, waschechten, durch und durch witzigen englischen Humor: Es geht um die Frage, wie man als höfliches Ehepaar eine Besucherin los wird, die sich als mutmaßliche Serienmörderin entpuppt und die die eigenen Kinder ins Herz geschlossen haben. Das Stück, das ab dem 2. Juni zu sehen ist, ist eine immer wildere Hatz durch schräge Verdachtsmomente, krasse Missverständnisse und mitten hinein in ein atemloses Showdown.
Eine Auseinandersetzung mit 100 Jahren Geschichte der Frauen in Deutschland, um Geschlechterbilder und Rollen-Klischées ist der Abend „Wunder gibt es immer wieder“. Das Stück stammt von der Münchner Autorin Gisela Maria Schmitz, die es auch inszeniert: Es zeigt sich, dass Schlager perfekt die Zeitgeistströmungen der verschiedenen Epochen aufgenommen haben und von heute aus in der Rückschau Geschichte als Gefühlswelten erzählen können. Um diese Geschichte zu erkunden, stürzen sich ein Schauspieler, zwei Schauspielerinnen und ein Herr am Klavier in der Schlagerrevue „Wunder gibt es immer wieder“ in die Schlager- (und die Werbe-) Welt der vergangenen 100 Jahre. Humorvoll, kritisch, liebevoll, berührend, witzig und unterhaltsam. Premiere ist am 30. Juni.
Ein Zusatzprogramm rundet den Theatersommer in Dinkelsbühl ab: Als Gäste treten die Band „Schlagertherapie“ (8.Juni), der Kabarettist Christian Schleich (6. Juli) und unter dem Titel „Music & Comedy“ der Sänger Jochen Schleich und der Kabarettist Christoph Maul (22. Juni und 10. August) auf.
Weitere Informationen gibt es unter www.landestheater-dinkelsbuehl.de
Bild: Das Ensemble von „Kohlhiesls Töchter“ freut sich schon auf die Aufführungen im Sommer. (Foto: Miriam Locher)



