Sonderausstellung „Hexenzyklus“ von Sieglinde Bottesch
25. April – 25. Mai
Sieglinde Bottesch wurde am 21. Dezember 1938 in Hermannstadt, rumänisch Sibiu, geboren. Sie studierte an der Fakultät der Bildenden Künste des Pädagogischen Instituts in Bukarest. In den Folgejahren arbeitete sie als freischaffende Künstlerin, Illustratorin und Kunsterzieherin in Hermannstadt, bevor sie 1987 in die Bundesrepublik aussiedelte. Seitdem lebt und arbeitet sie als Kunsterzieherin und freischaffende Künstlerin in Ingolstadt.
Im Romanprojekt „Kleine Hexe kleine Hexe“ von Ricarda Terschak kommt eine junge Frau, die als Hexe verurteilt wurde, in eindrücklicher Weise zu Wort. Der Text lässt erahnen, welchem Martyrium unschuldige Menschen, vor allem Frauen, durch die Brutalität der Folter ausgeliefert waren. „Als mir dieser Text vor Jahren in die Hände fiel, war ich zutiefst erschüttert über die Grausamkeit der Hexenprozesse in meiner Heimatstadt, die ich für diese Gräueltaten, auch in der Vergangenheit, nicht für fähig gehalten hätte. Am meisten ergriffen war ich jedoch aufgrund der Tatsache, dass die Zitate einem authentischen Hexenprozess entnommen waren und dass sich dieses Dokument noch heute im Hermannstädter Staatsarchiv befindet. Es war mir ein dringendes Bedürfnis, meinen inneren Bildern gestalterisch Ausdruck zu geben. So entstand der „Hexenzyklus“ als eine Verflechtung von Mythos und historischen Tatsachen. Die technische Ausführung der Originale als überarbeitete Monotypie auf Transparent-Papier, soll die beklemmende Atmosphäre der Szenen übertragen. Die Bilder können als Mahnung verstanden werden, für das Unrecht, das Menschen anderen Menschen zufügen. Auch heute noch, leider!“
