Am 12. August wird es am Himmel spektakulär: Der Mond schiebt sich vor die Sonne und verwandelt sie am frühen Abend in eine schmale, leuchtende Sichel. Auch im Magischen Dreieck, in Dinkelsbühl, Ellwangen und Crailsheim lässt sich das seltene Himmelsschauspiel beobachten. Dafür braucht es vor allem eines: einen freien Blick Richtung Westen – und eine Sonnenfinsternisbrille.
Einmal kurz den Himmel anhalten
Eine Sonnenfinsternis entsteht, wenn sich der Mond genau zwischen Erde und Sonne schiebt. Der Mond verdeckt dabei einen Teil oder – wie bei einer totalen Sonnenfinsternis – die gesamte Sonnenscheibe. Am Mittwoch, 12. August 2026, erleben wir in Deutschland eine partielle Sonnenfinsternis. Je nach Standort werden bis zu rund 90 Prozent der Sonne vom Mond bedeckt. Ganz dunkel wird es bei uns deshalb nicht. Stattdessen bleibt eine schmale Sonnensichel sichtbar. Eine totale Finsternis gibt es an diesem Tag unter anderem in Teilen Spaniens und Islands.
Wann geht’s los?
Im Magischen Dreieck beginnt die Sonnenfinsternis gegen 19.20 Uhr. Das Maximum wird etwa um 20.14/20.15 Uhr erreicht. Dann ist rund 90 Prozent der Sonne verdeckt. Und genau hier liegt der besondere Reiz – aber auch die Herausforderung: Die Sonne steht zu diesem Zeitpunkt bereits sehr tief am westlichen Horizont. Deshalb sollte der Beobachtungsplatz einen möglichst freien Blick nach Westen beziehungsweise West-Nordwesten bieten.
Für Ellwangen:
Beginn etwa 19.21 Uhr, Maximum 20.15 Uhr, Ende der sichtbaren Finsternis etwa 20.40 Uhr.
Für Crailsheim:
Beginn etwa 19.21 Uhr, Maximum 20.14 Uhr. Auch hier verschwindet die Sonne während der letzten Phase bereits am Horizont.
Für Dinkelsbühl:
liegen die Zeiten praktisch im selben Bereich. Kleine Unterschiede von wenigen Minuten ergeben sich durch den jeweiligen Standort.
Bitte nicht einfach hinschauen!
So verlockend es ist: Niemals direkt und ungeschützt in die Sonne schauen! Auch circa 88 Prozent der Sonne vom Mond verdeckt sind, bleibt der sichtbare Teil extrem hell. Die Strahlung kann die Netzhaut dauerhaft schädigen – und das kann passieren, ohne dass man sofort Schmerzen verspürt. Eine normale Sonnenbrille reicht nicht aus. Für die direkte Beobachtung braucht es eine zertifizierte Sonnenfinsternisbrille nach ISO 12312-2. Sie filtert die intensive Sonnenstrahlung so stark, dass die Sonne gefahrlos betrachtet werden kann. Die Brille sollte unbeschädigt sein und gut sitzen. Auch mit Fernglas, Teleskop oder Kamera darf man niemals ungeschützt in die Sonne schauen. Dafür sind spezielle Sonnenfilter notwendig.
Tipp:
Wer keine Sonnenfinsternisbrille hat, kann das Ereignis auch indirekt beobachten – beispielsweise mit einer einfachen Lochkamera. Dabei wird das Sonnenbild auf eine Fläche projiziert, ohne dass man direkt in die Sonne schaut.
Und was ist mit Kindern ?
Kinder brauchen selbstverständlich ebenfalls Augenschutz. Gerade bei den Kleinsten sollte darauf geachtet werden, dass die Brille gut sitzt und nicht verrutscht. Alternativ ist die indirekte Beobachtung per Lochkamera eine sichere Möglichkeit.
Hunde brauchen keine spezielle Sonnenfinsternisbrille. Sie sollten allerdings nicht dazu gebracht werden, direkt in die Sonne zu schauen. Oder extra für ein Bild eine Brille aufgesetzt bekommen.
Was gibt es zu sehen?
Wer mit der Sonnenfinsternisbrille zur richtigen Zeit nach Westen schaut, erlebt, wie der Mond langsam vor die Sonnenscheibe wandert. Aus der runden Sonne wird zunächst eine kleine Delle, dann eine immer schmaler werdende Sichel. Beim Maximum gegen 20.15 Uhr bleibt nur noch ein kleiner Teil der Sonne sichtbar. Das Licht wird dabei spürbar gedämpft. Es wird aber nicht Nacht – dafür bleibt noch zu viel Sonnenlicht übrig. Besonders eindrucksvoll dürfte die Kombination aus der tief stehenden, verfinsterten Sonne und dem warmen Abendhimmel sein. Und genau deshalb lohnt es sich, nicht erst um 20.15 Uhr loszugehen. Am besten bereits gegen 19 Uhr einen Platz suchen, Sonnenfinsternisbrille bereithalten und beobachten, wie sich die Form der Sonne langsam verändert.
Wo lässt sich die Sonnenfinsternis bei uns gut beobachten?
Hier gilt ausnahmsweise nicht: Der schönste Aussichtspunkt ist automatisch der beste. Entscheidend ist ein möglichst freier Horizont Richtung Westen. Bäume, Häuser oder Hügel können die tief stehende Sonne schnell verdecken.
Dinkelsbühl
Rund um Dinkelsbühl bieten sich vor allem freie Flächen und leicht erhöhte Standorte außerhalb der dicht bebauten Innenstadt an. Wer in Richtung Westen freie Sicht hat, ist bereits gut aufgestellt.
Ellwangen
In Ellwangen sind höher gelegene Bereiche mit freiem Blick Richtung Westen besonders interessant. Der Bereich rund um den Schönenberg bietet sich aufgrund seiner erhöhten Lage grundsätzlich an. Gerade bei dieser Finsternis zählt jeder Meter Höhe: Je tiefer die Sonne steht, desto leichter verschwindet sie hinter einem Baum oder Hügel.
Crailsheim
Auch in Crailsheim lohnt sich die Suche nach einem offenen, möglichst erhöhten Platz mit Blick nach Westen. Der Burgberg bietet durch seine erhöhte Lage grundsätzlich gute Voraussetzungen für einen weiten Blick. Ob der konkrete Aussichtspunkt am Abend freie Sicht auf die untergehende Sonne bietet, sollte allerdings vorher geprüft werden.
Für alle drei Städte gilt deshalb: Lieber eine freie Wiese oder einen Feldweg mit Horizontblick als einen Aussichtspunkt, bei dem die Sonne hinter Bäumen verschwindet.
Unser Tipp für den perfekten Sonnenfinsternis-Abend
19.00 Uhr: Beobachtungsplatz beziehen
19.20 Uhr: Die Mondscheibe beginnt, die Sonne zu bedecken
20.14–20.15 Uhr: Maximum – rund 90 Prozent der Sonne sind bedeckt
danach: Die Sonne verschwindet langsam Richtung Horizont
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